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2015-16

Jugendsozialarbeit am Carl-Orff-Gymnasium

 

Die Jugendsozialarbeit am Carl-Orff-Gymnasium ist mittlerweile als fester Bestandteil der Schule etabliert. Seit 2008 unterstützt die JSA im Rahmen ihrer Tätigkeit an der Schule Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte.

Das Angebotsspektrum ist vielfältig und erstreckt sich von der Beratung von Schüler*innen, Lehrkräften und Eltern über die Begleitung und Unterstützung von Multiplikator*innen (Tutor*innen, Multistars und SMV) bis zur Durchführung von Klassenprojekten. Darüber hinaus engagieren wir uns auch in der Organisation der Sozialen Woche des COG, veranstalten Lehrerfortbildungen und Elternvorträge zu Erziehungs- und Gesellschaftsthemen und arbeiten im Arbeitskreis Prävention der Stadt Unterschleißheim mit.

Im Schuljahr 2015/16 gab es einige Veränderungen bei der Jugendsozialarbeit am COG. Seit Beginn des Schuljahres verstärkt Claudia Menzel unser langjähriges Team um Peggy Gulden und Florian Weis. Ostern kam es dann bereits zur nächsten Veränderung, denn Peggy Gulden verabschiedete sich in eine einjährige Auszeit. Die Lücke, die dadurch entstanden ist, füllt nun seit Anfang Juni 2016 Doris Mayr – de Septis, so dass wir mittlerweile personell wieder annähernd voll besetzt sind.

Aber auch inhaltlich gab es in diesem Schuljahr einige Neuerungen, die wir im Folgenden kurz vorstellen wollen:

 

Zeit für uns

Die für uns wohl größte Neuerung für uns in diesem Schuljahr war vermutlich die Einführung von „Zeit für uns“ (Zfu) am COG. Zfu ist ein Konzept, dass es in unterschiedlicher Form bereits an einigen Schulen gibt. Zeit für uns (kurz Zfu) bietet Schüler*innen die Möglichkeit zur Kommunikation in der Klasse und kann von allen Klassen der 5. bis 10 Jahrgangsstufe des COG in Anspruch genommen werden.

Eine Zfu-Stunde können die Schüler*innen u.a. dazu nutzen, um Organisatorisches in der Klasse zu klären, Konflikte zu besprechen (Klassenklima), Projekte zu erarbeiten oder das Schulleben mitzugestalten. Aber auch die Diskussion über aktuelle Themen oder der Austausch über außerschulische Aktivitäten können in einer Zfu-Stunde Raum finden.

 

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(Mindmap zu Zfu-Themen)

 

Eine wichtige Aufgabe bei Zfu übernehmen die Moderator*innen. Dies sind die zu Beginn des Schuljahres gewählten Klassensprecher*innen, welche in einer eigenen Zfu-Moderatoren-Fortbildung entsprechend auf ihre Aufgaben vorbereitet und im Verlauf des Schuljahres eng vom Zfu-Team begleitet werden.

 

Mädchenpause

Im Januar startete „Girls Space“- eine Pause nur für Mädchen. Das Angebot richtet sich, wie der Name bereits sagt, nur an Schülerinnen mit Fokus auf die unteren Jahrgangsstufen. Immer mittwochs in der zweiten Pause wird seitdem gebastelt, gespielt, geratscht und vieles mehr.

( Girls Space – Bildercollage)

 

Alkoholprävention – Voll die Party!

Alkohol ist das am häufigsten konsumierte Rauschmittel im Jugendalter. Jugendliche vor den Folgen von übermäßigem Alkoholkonsum zu schützen, bedeutet sie über einen vernünftigen, verantwortungsvollen und risikoarmen Umgang aufzuklären. Neben der sachlichen Information braucht es außerdem die Reflexion des eigenen Verhaltens, d.h. vor allem Risikoeinschätzung und Umgang mit Gruppendruck.

Im Rahmen einer Woche zur Alkoholprävention in Unterschleißheim nahmen alle Schüler*innen der 8. Jahrgangsstufe an dem Planspiel „Voll die Party“ teil. Die Simulation einer Party bot ihnen die Möglichkeit risikolos praktische Erfahrungen zu sammeln, ohne dass die Konsequenzen aus „falschen“ Entscheidungen gefährlich wurden. In der Vor- und Nachbesprechung wurden zudem auch Fakten und Zahlen zum Thema Alkoholkonsum vermittelt.

Im weiteren Verlauf erlebten die Jugendlichen den Referenten Herrn Bannert vom Kreuzbund e.V., einem Selbsthilfeverein für trockene Alkoholkranke. Dieser erzählte sehr persönlich von seiner Alkoholsucht und seinem langen Weg aus der Abhängigkeit.

Abschließend wurden Motive des Trinkens sowie Alternativen zur Funktion des Alkohols (bspw. Entspannung bei Stress) gemeinsam erarbeitet.

Unser Dank gilt an dieser Stelle den Suchtbeauftragten des COG, den Mitarbeiter*innen des Jugendzentrums Gleis 1, allen beteiligten Eltern, den Multistars sowie Herrn Bannert für ihre Mitwirkung an den Projekttagen und die gelungene Umsetzung der Schüler-Party zum Abschluss der Projektwoche zur Alkoholprävention.

 

(Vortrag Herr Bannert – Alkoholprävention)

 

Kollegiale Beratung

Supervision und kollegiale Beratung sind in den sozialen Berufen seit vielen Jahren ein fester und wichtiger Bestandteil der Arbeit und persönlichen Weiterentwicklung. Da für Lehrkräfte jedoch die Möglichkeiten der Supervision sehr begrenzt sind, haben wir in diesem Schuljahr zwei offene kollegiale Beratungsgruppen gegründet. In diesen Gruppen treffen sich nun interessierte Lehrkräfte um gemeinsam Fragen der Pädagogik und Erziehung zu beraten und sich untereinander Tipps und Tricks zu geben für den Lehralltag. Wir von der Jugendsozialarbeit übernehmen dabei die Moderation und ergänzen mit unserem Fachwissen.

 

Mobbing an der Schule – Interaktiver Vortrag und Praxisworkshop

Die knapp 50 anwesenden Eltern erfuhren vom Referenten Jörg Breitweg (Aktion Jugendschutz Bayern), der selbst Vater von zwei Kindern im Teenager-Alter ist, konkrete Strategien zur Prävention aber auch zur Intervention im Mobbingfall: Wie verhalte ich mich richtig? Was hilft oder was schadet meinem Kind? Wie kann die Zusammenarbeit mit der Schule gelingen? Wer sind die richtigen Ansprechpartner?

Nach einer knappen Einführung zum Begriff „Mobbing“ bzw. „Cyber-Mobbing“, die Herr Breitweg mit Beispielen veranschaulichte, standen die Kompetenzen der Eltern im Fokus. Immer wieder wurde im Laufe des Abends betont, dass Eltern die Experten für ihre Kinder sind. Letzteres konnte dann in Kleingruppen konkret erfahrbar werden – nach dem Motto „Experten geben Experten einen Rat“.

An zwei Nachmittagen wurde das Thema „Mobbing an der Schule“ dann ganz praxisnah gemeinsam mit Lehrkräften des COG erarbeitet. Dazu stellte Herr Breitweg zunächst den „No blame approach“ als einen sehr erprobten Mobbing-Interventionsansatz vor. Hierbei kam es immer wieder zu lebhaften Diskussionen und Zwischenfragen seitens der Lehrkräfte, wodurch das starke Interesse am Thema mehr als deutlich wurde. Die einzelnen Schritte und Vorgehensweisen des Antimobbing-Ansatzes konnten zum Schluss in Rollenspielen ausprobiert und auch vertieft werden.

 

Präventionsprojekt Sichere Wiesn

Während der Wiesnzeit fand zum ersten Mal in Form eines Pauseninformationstandes und in Kooperation mit Amyna e.V., Imma e. V. und dem Frauennotruf München der Aktionstag „ sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ statt.
An diesem Aktionstag hatten Schülerinnen die Möglichkeit Informationsmaterial und Tipps für ein sicheres Verhalten auf dem Oktoberfest sowie Antworten auf ihre Fragen zu erhalten.
Am Stand wurden Flyer und Give aways an die Schülerinnen verteilt und zusätzlich gab es die Möglichkeit an einem Preisausschreiben teilzunehmen. Ziel der Aktion war es das individuelle Sicherheitsgefühl zu erhöhen.